Date : 1895
Sizes : 55 cm x 41 cm Material : Oil on canvas Acquisition : (1897)
| Der Maler Adolph Menzel Item 6 on 6 German Painting Painting
Area related Germany © ADAGP
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Bisweilen wurde der virtuose Gesellschaftsporträtist Boldini von Kritikern mit Menzel verglichen, den er bewunderte. Besuchern zeigte er ein Photo des deutschen Kollegen am Spiegelrahmen und meinte: "Ah, was für ein Maler! - Ich, ich bin nur ein Pinsler." Daß er 1895 von Paris aus Berlin besuchte, erwähnen seine Biographen nicht, doch es gab einen triftigen Grund: er mußte die Kleine Goldene Medaille in Empfang nehmen, die ihm für drei auf der Großen Berliner Kunstausstellung gezeigte Bildnisse zuerkannt worden war. Die Ausstellung schloß am 29. September, das Menzel-Bildnis entstand nur drei Wochen darauf. Wenn auch die Boldini-Literatur bis in jüngste Zeit dieses Bild 1876 datiert, erlauben weder die Signatur noch das erkennbare Alter des Modells einen Zweifel an der späten Entstehungszeit. - Die Bitte an den um dreißig Jahre Älteren, ihm zu einem Porträt zu sitzen, soll durch "eine Freundin Theodor Fontanes" unterstützt worden sein. Zwei kurze Sitzungen, heißt es, wurden gewährt, bei denen Menzel die Beifallskundgebungen des Italieners erwiderte. Dieser versprach, den Erlös eines eventuellen Verkaufes des Porträts für einen wohltätigen Zweck zu verwenden. Als später dieser Verkauf zustande kam, soll Menzel Boldini an diese Vereinbarung - zugunsten einer offenbar von ihm benannten Person - erinnert haben. - Beide Künstler standen damals auf der Höhe des Ruhmes; für Menzel wurden zwei Jubiläumsausstellungen zum 80. Geburtstag vorbereitet. Umso bemerkenswerter ist der betont private und spontane Charakter des Boldinischen Porträts, dessen Querformat fragmenthaft wirkt und Szenisches suggeriert. In gleichem Sinne wirkt die Draufsicht - ein Kunstmittel, das Boldini wie Menzel - beide ungewöhnlich klein gewachsen - gern einsetzte. Das Bild - bald darauf auch in eine Kaltnadel-Radierung umgesetzt - fand Beifall in Berlin wie in Paris: Jaro Springer beschrieb es 1896 als "kenntlich eine französische Auffassung Menzels, die diesem aber gerechter wird als das Konersche Porträt auf der Menzelausstellung der Akademie" (heute in der Nationalgalerie). Obwohl nur der Kopf dargestellt sei, trete "das Gnomenhafte doch deutlich in die Erscheinung" (Kunst für Alle 11, 1895/96, S. 310). - Keisch, Claude
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