

| Date : 1899
Material : Bronze Acquisition : (1901)
| Item 8 on 11 German Painting Sculpture (Statue)
Area related Germany
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 | Description |  |
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Prometheus, der den Menschen gegen den Willen des höchsten Olympiers das Licht und viele Fertigkeiten brachte und der für diese seine Unbotmäßigkeiten durch Zeus aufs Ärgste gestraft wurde, gehört zu den beliebtesten Künstlermythen aller Zeiten. Sein Mythos, der Leid und Leidensüberwindung des geistig Schaffenden in sich einschließt, wurde namentlich im 19. Jahrhundert mannigfaltig zur gedanken- und assoziationsreichen Ausschmückung von Foyers in Kunstakademien, Universitäten und Museen benutzt. In einem solchen Zusammenhang steht auch Prells Statue, die den Menschenbildner mit der Fackel in der Linken zeigt, das rechte Schienbein auf einen Kopf gelehnt: So vereinigt Prell in dieser Gestalt den Lichtbringer Prometheus mit dem Menschenbildner Prometheus, also den denkenden Aufklärer mit dem Sinnbild des schaffenden Bildhauers. - Für das Dresdner Albertinum schuf Prell - er war damit bereits seit 1889 beauftragt - zwischen etwa 1899 und 1904 einen Zyklus von großformatigen Gemälden und leicht überlebensgroßen Statuen, zu denen auch die skulpierte Gestalt des Prometheus gehört. Wenn es in der Literatur heißt, Prell habe sich bereits 1899 dazu entschlossen, das großformatige Modell zum Prometheus selber zu formen, so darf man als wahrscheinlich annehmen, daß die kleine Fassung zu diesem Zeitpunkt schon ausgearbeitet war, und daraus ergibt sich die Datierung in das Jahr 1899. Sowohl die überlebensgroße Statue im Treppenhaus des Albertinums als auch die kleine Bronzefassung spiegeln das Interesse jener Zeit an polychromer Plastik wider: An der Bronze sind unterschiedliche Behandlungsarten der Patina erkennbar; so wurden die Haare des Prometheus und der Kolossalkopf unter dem Bein mit einer rauheren, malerischeren Oberfläche versehen, während der michelangeleske Körper auffällig geglättet, ja fast poliert erscheint und anders patiniert ist. - Die Fassung der Nationalgalerie wurde 1901 von der Kommission der Großen Berliner Kunstausstellung aus den Finanzerträgen der vorjährigen Ausstellung erworben und der Nationalgalerie für ihre Sammlungen angeboten. Sie war in jenem Jahr mit dem Pendant ausgestellt, das ihr auch im Albertinum gegenüberstand, mit einer "Aphrodite". In den Jahren nach 1900 wurde die Statuette verschiedenenorts in Kunstausstellungen gezeigt; sie scheint sich ebensolcher Beliebtheit erfreut zu haben wie Prells zahlreiche Wandbilder, die auf charakteristische Weise zwischen Max Klingers symbolistischem Gestus und Arnold Böcklins spätromantischer Assoziationsfülle vermitteln und die damit ganz den Nerv ihrer dekorationswilligen Zeit trafen. - Maaz, Bernhard
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