

| Date : approx. between 1860 and 1861
Material : Bronze Acquisition : (1912)
| Badende Item 1 on 11 German Painting Sculpture (Statue)
Area related Germany
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 | Description |  |
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Die Figur der Badenden, deren Modell in den Jahren 1860/61 entstand, beruht wohl nicht nur auf einer freien Abwandlung der antiken Venus Kallipygos, sondern mehr noch auf einer bewussten, wenngleich freien Anlehnung an die stark rotierende Formensprache und die sinnliche Oberflächenmodellierung des Franzosen Jean-Baptiste Carpeaux, mit dem Begas in Rom zusammentraf. - Mit kräftiger Rückenbiegung vornübergeneigt, trocknet sich die unbekleidete, üppige Frau nach dem Bade das rechte Bein ab. Die zweite, seitlich gerichtete Bewegungslinie betont den Hüftschwung. Der eng anliegende linke Arm läßt, wo er den Oberkörper berührt, die sinnliche Weichheit des Fleisches spüren; die Körperdrehung und die satten Formen betonen die haptischen Reize. All dies gehört zu Begas' Konzept einer realistischen Sinnlichkeit, die ihm zwar die am klassizistischen Kanon geschulten Zeitgenossen als unideal vorwarfen, die diesen freien Bildwerken aber ihren eigentlichen, dauernden Glanz verleihen. - Die Komposition diente zunächst im kleinen Format als Schaft einer Petschaft; vergleichbare Verknüpfungen erotischer Motive mit geradezu intimer Handhabung sind seit der Renaissance bekannt. Sie fand als Statuette große Verbreitung und Anerkennung und wurde dann ins Großformat übertragen. Diese Entstehung mag erklären, weshalb Begas bei dieser Einzelfigur von dem durch ihn bevorzugten zweifigurigen Kompositionsschema abwich. - In der Hamburger Kunsthalle befindet sich die Marmorfassung, die Begas wohl 1865/66, nach anderen Angaben aber erst 1872 für einen privaten Auftraggeber ausführte. 1867 erwarben die Musées Royaux in Brüssel ein Exemplar in Gips, das unverputzte Gußnähte zeigt, sich also als nicht überarbeiteter und folglich besonders authentischer Abguß erweist. Im darauffolgenden Jahr zeigte Begas das Werk auf der Wiener Weltausstellung. - Die Bronze in der Nationalgalerie wurde 1912 durch den Berliner Gießer Hermann Noack gegossen. Ihr lag das Gipsmodell zugrunde, das die Galerie im selben Jahr aus der Begas-Nachlaß-Auktion erworben hatte und das - gleich vielen anderen großformatigen Gipsen - nicht erhalten ist. Das Modell war nur als Grundlage des geplanten Bronzegusses vorgesehen. Ein weiterer Guß kam nach Hamburg und steht dort im Stadtpark. So wird die um 1912 trotz aller kritischen Stimmen doch noch erstaunlich hohe Popularität des wilhelminischsten aller deutschen Bildhauer durch diese Nachgüsse bezeugt: Für seine freien und frühen Arbeiten blieb ihm die Wertschätzung stets erhalten, nur die offiziellen und kolossalen Schöpfungen wie das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal brachten ihn in die schärfere Kritik. - Maaz, Bernhard
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