Date : near 1855
Dimensions : 64 cm x 37 cm Material : Oil on canvas Acquisition : Achat (1941)
| Flußlandschaft (Die Seine bei Chatou) Item 1 on 10 French Painting Painting (Landscape)
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Treffend bemerkte einst der französische Maler Gustave Colin (1828-1910) über die Schaffensweise Corots: "Was er malen wollte, war nicht so sehr die Natur, als die Liebe, die er für sie hatte." Diese Feststellung trifft besonders für jene Werke des Künstlers zu, die er nach 1850 schuf. Der kraftvolle Realismus einer klaren Freilichtdarstellung des jungen Corot wandelte sich nun zu einem träumerischen Lyrismus. Feinste nuancierende Farbtöne, die in der Skala zwischen silbrigem Grau und schwarzdunklem Grün alle nur denkbaren Abstufungen durchlaufen, werden jetzt in zarter Pinselführung flüssig auf die Leinwand getupft, um die Schattierungen des Lichts sensibel zu erfassen. Die Gestaltung von verschleierndem Dunst und silberhellem Lichtgeriesel sind die wichtigsten Stimmungsträger seiner Landschaftsidyllen. In Corots "Flußlandschaft der Seine bei Chatou" tritt jene zauberhafte Atmosphäre einer kühlen, noch dämmerigen Morgenstunde an einem regenfeuchten Sommertag besonders eindrucksvoll hervor. Die Fischer in ihrem Boot und zwei Bauersfrauen gehen ganz unspektakulär ihrem Tagwerk nach. Durch die poetisierende Sicht verklärt sich selbst ein konkreter Standort wie das Dörfchen Chatou, unweit von Corots Elternhaus in Ville-d'Avrau bei St.Germain-en Laye, westlich von Paris, zu einer idyllischen "Paysage intime". - Vogel, Gerd-Helge
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